Eine runde Sache - Vorsicht Ansteckungsgefahr
Die Zusammenkunft dauerte nicht länger als ein Fußballspiel. Nach 90 Minuten war der Jugendhauptausschuss eine runde Sache. Mit sachlichen Fakten, mit wichtigen Informationen, unverzichtbaren Zahlen und Daten – und das in entspannter Atmosphäre.
Einer Jugendversammlung angemessen wählte Markus Stevermüer einen lockeren wie ungewöhnlichen Einstieg. Statt die Delegierten – immerhin hatten sich im Seminarraum der DJK-Sportschule mehr als noch im Vorjahr eingefunden - mit einer langweiligen Nacherzählung zu quälen, ließ er die Aktivitäten und Veranstaltungen des Jahres mit Hilfe von Schnappschüssen Revue passieren. Unterlegt mit informativen wie humorvollen Ergänzungen. „Der Geist der DJK lebt“, lautet dabei sein Fazit, verbunden mit einer Aufforderung: „Wir wollen andere anstecken. Auch neue Vereine. Unterstützung und Anregungen sind dabei immer willkommen.“
Allerdings besaß der DJK-Diözesanjugendleiter keine Exklusivrechte für dieses Procedere. Denn als es an der Zeit war, Dank zu sagen, bediente sich auch Theresa Reith des Beamers und einer Foto-CD, um Stevermüers Verdienste ins rechte Licht zu setzen. Es war nicht das letzte Mal (sh. gesonderter Text), dass der Dülmener an diesem Abend staunen sollte.
Ganz so wirkten sich in der Folgezeit die kritischen Töne auf die Zuhörer nicht aus. Wenngleich Herward Niehoff von einem Rückgang von 3,5 Prozent an jugendlichen Mitgliedern zu berichten wusste. Mit 18800 (Vorjahr 19414) männlichen sowie 11650 (12096) weiblichen DJK´lern bleibt der Diözesanverband Münster aber weiterhin der größte Jugendverband im Bistum.
Während der Finanzbericht des Geschäftsführers für das Jahr 2009 (das Geschäftsjahr endet am 31.12.) auch durch seine Zahlen den Schwerpunkt in der Aus- und Weiterbildung sowie der Freizeiten dokumentierte, verkünden auch die nackten Zahlen einen leichten Rückgang. Konnte in 2009 bei 253 914,01 Euro Einnahmen, denen 239 773,45 Ausgaben gegenüber standen, ein Plus von 14.140,55 Euro erzielt werden, ist die Tendenz für das gerade zu Ende gehende Jahr allerdings eine andere. Auch weil die Zuschüsse geringer ausfallen werden. „Wir sind durchaus gesund. Diese Reduzierung können wir nicht auffangen, sodass wir den Gürtel etwas enger schnallen müssen“, blickte Niehoff voraus.
Keine Beschränkungen erfahren die Maßnahmen im kommenden Jahr. Nicht neu, sondern eher bekannt fallen die Veranstaltungen aus. Dabei wird das Girls-Camp sogar um einen Tag von drei auf vier verlängert. Während die Ski-Freizeit nach einer Neuauflage schreit habe, so Markus Stevermüer, „DJK on Tour“ eindeutig für Belebung gesorgt. „Es war einfach optimal“, brachte es Peter Nieländer von der DJK Germania Lenkerbeck, wo die Tour Station gemacht hatte, auf den Punkt. Derweil soll zu Pfingsten auf der Burg Gemen „die 200er-Grenze wieder geknackt werden“. Neu im Programm wird im kommenden Jahr eine Fortbildung der Übungsleiter-Assistenten aufgenommen.
Ganz ohne Sorgenkind kam der Jugendhauptausschuss jedoch nicht aus. Denn ausbaufähig ist die Resonanz der Basis-Module zu Jahresbeginn. Das hatte schon der Jahres- aber auch der Finanzbericht untermauert. Eine neue Belebung würde sich hier gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkbar machen.
Dass die Delegierten nicht gekommen waren, um allein zu konsumieren, wurde in der Schlussphase der 90 Minuten deutlich. Zunächst bat Frank Schröer von der DJK Marathon Münster darum, Sinn und Termin des Boys-Camps zu prüfen, da es in direktem Wettbewerb mit dem vom benachbarten Verein initiierten Fußball-Camp steht. Hier soll eine Kooperation geprüft werden. Gar nicht erst geprüft, sondern gleich angenommen wurde ein Bonbon, das Jürgen Stahl vom BV Westmünsterland spendierte. Er hatte einen Wochenend-Segeltörn auf den holländischen Binnenseen im Gepäck. 15 Plätze in fünf Booten stehen dazu zur Verfügung.
Die allgemeine, positive Grundstimmung nahm Horst Hemkemeyer auf. „Die Arbeit mit der Jugend ist sehr wertvoll und wichtig. Dabei habe ich bisher keinen Generations-Konflikt erkennen können. Verbunden mit meiner Anerkennung für die Arbeit hoffe ich auf eine Fortsetzung des Miteinanders“, verband der DV-Vorsitzende Lob mit Dank und Motivation. Spätestens damit war die Zusammenkunft endgültig eine runde Sache.
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