Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
Rund 100 Mitarbeiter der katholischen Jugendarbeit thematisierten Anfang November auf der Jugendburg Gemen „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“. Auf der gemeinsam von der Abteilung Kinder- und Jugendseelsorge des Bischöflichen Generalvikariats, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Münster und der Jugendburg Gemen durchgeführten Veranstaltung wurde deutlich, dass auch in den DJK-Sportvereinen dieses Tabu-Thema in den Focus der Vereinsverantwortlichen gehört, um frühzeitig Schaden von ihren Schutzbefohlenen abzuwenden.
In Gemen nährten sich die Teilnehmer unter den Schlagworten „Information“ und „Prävention“ dem Thema an. Auf der Grundlage von drei wissenschaftlichen Referaten im Plenum wurde in praxisbezogenen Workshops über Formen sexualisierter Gewalt, die Hintergründe der Täter sowie körperliche und seelische Folgen für die gearbeitet.
„ Wie kann / muss ich als Verantwortlicher reagieren, wenn mir ein Missbrauchsfall geschildert wird?“ oder „wie viel persönliche Nähe verträgt eine Beziehung zwischen Betreuer und Kind im Ferienlager?“, lauteten die Fragen, bei denen die allgemeine Unsicherheit der Teilnehmer spürbar wurde.
„Die Unbefangenheit ist verloren gegangen“, wurde unwidersprochen festgestellt. Vieles sei nun in den Blick geraten, was früher nicht bedacht wurde. „Alle sind betroffen und gefordert“, verdeutlichte die Münsteraner Soziologin Dr. Monika Friedrich. „Jedes siebte Kind in Deutschland hat Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt machen müssen“, erläuterte Patrick Schoden vom Kinderschutzportal der Universität Münster, weshalb Prävention noch stärker in der Aus- und Weiterbildung ehrenamtlicher Jugendgruppenleiter und hauptberuflicher Fachkräfte in der Jugendarbeit thematisiert werden müsse. Auch sexualpädagogische Angebote und einen breiteren Austausch über das Thema Sexualität im Allgemeinen wünschten sich die Teilnehmenden für die Zukunft. Im Verlauf der Diskussionen und der Workshops sei deutlich geworden, dass der Studientag lediglich den Anfang eines Prozesses markiert. „Diese Veranstaltung hat aufgezeigt, in welchen Bereichen Fortbildungsbedarf besteht und wo es Möglichkeiten zur Vernetzung im Bistum Münster gibt“, zog Petra Steeger, BDKJ-Diözesanvorsitzende, ein erstes Fazit.
Bildzeile: Rund 100 Mitarbeiter der katholischen Jugendarbeit im Bistum Münster thematisierten in Gemen „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“.
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