Sexualisierte Gewalt war Schwerpunktthema beim Hauptausschuss
Bewusstsein für Verhältnis von Nähe und Distanz schärfen
„Jeder Mensch hat eine Würde, die es zu respektieren gilt. Die Würde des anderen anzuerkennen, heißt ihn akzeptieren, ihn fördern, ihn schützen“, so Diözesanvorsitzender Horst Hemkemeyer in seiner Einleitung zum Schwerpunktthema „Sexualisierte Gewalt“ beim diesjährigen Hauptausschuss des DJK-Diözesanverbandes Münster. Leider sei auch der Sport nicht frei von sexuellen Übergriffen und man müsse versuchen, dieses Thema aus der Verschwiegenheit heraus zu holen.
Ganz besonders begrüßte der Vorsitzende Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld, der sich als Beauftragter des Bischofs um die Entschädigung von Opfern kümmert und als Gründer des Netzwerkes „Roter Keil“, das sich dem Kampf gegen Kinderprostitution und Kindesmissbrauch verschrieben hat, einen Namen als „Anwalt der Kinder“ gemacht habe.
Eindrucksvoll schilderte Dr. Reidegeld, wie er auf einer Urlaubsreise nach Sri Lanka erstmalig mit dem Thema Sexualisierte Gewalt konfrontiert wurde und aus der Betroffenheit heraus das Netzwerk „Roter Keil“ entstand.
Die Berichterstattung der letzten Monate zeigt, dass auch die Kirchen das Thema Sexualisierte Gewalt inzwischen eingeholt hat.“ Wie kann es sein, dass wir das Wohl der Institution über das Wohl der Kinder stellen konnten?“, fragt der Priester und stellt sich damit eindeutig auf die Seite der Geschädigten. Dennoch warnt er davor, sich auf eine Treibjagd zu begeben und überall Täter zu vermuten. Klare Verhaltensregeln und klare Strukturen helfen, einen Schutz für alle Seiten aufzubauen.
Körperliche Nähe, Vertrauensverhältnisse und Emotionen sind wesentliche Bestandteile des Sports. Es gilt, hier das Bewusstsein im Verhältnis von Nähe und Distanz zu schärfen. Grenzüberschreitungen seien ein erster Schritt, der im Missbrauch enden könne. Pfarrer Dr. Reidegeld sprach sich für eine offene Diskussion mit den Verantwortlichen in den Vereinen aus. Es müsse ein Klima geschaffen werden, neben anderen Themen auch die sexualisierte Gewalt in Teambesprechungen aufzunehmen.
Abschließend informierte Dr. Reidegeld die Anwesenden über mögliche Hilfen seitens des Bistums. So werde zurzeit eine Präventionsordnung vom Bistum erarbeitet, die auch den Vereinen zur Verfügung gestellt werden könne.
Horst Hemkemeyer bedankte sich für den Vortrag, der einerseits Betroffenheit erzeugt habe, andererseits aber auch offener gemacht habe, sich dem Thema zu stellen. Dem Referenten versprach er, daran mitzuwirken, klare Strukturen der Prävention in die Vereine zu transportieren.
Bildunterschrift:
Der Vortrag von Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld erzeugte Betroffenheit und forderte auf, sich dem Thema Sexualisierte Gewalt zu stellen.
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